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Die Kampfschwimmer der Deutschen Marine

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"Die Kampfschwimmer zählen zu den härtesten Eliteeinheiten der Welt."

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Anders als bei den Kampfschwimmer-Einheiten anderer Länder sind wegen der Geheimhaltung bisher keine Einsätze öffentlich geworden. Foto: Bundeswehr
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Sie jagen Terroristen, stellen Geiselnehmer und bringen Piraten zur Strecke: Die Kampfschwimmer der Deutschen Marine bilden die maritime Komponente der Spezialkräfte der Bundeswehr. Ihr Aufgabengebiet ist breit gefächert und umfasst vor allem Kommandoeinsätze in Küstennähe.

Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit

Der Dienst in der Kampfschwimmerkompanie zeichnet sich vor allem durch die Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Soldaten aus. Diese für Spezialaufträge ausgebildeten und ausgerüsteten Soldaten sind sportlich trainiert, waffentechnisch hervorragend ausgerüstet und einzigartig in der Bundeswehr. Während der Ausbildung werden die Kampfschwimmer-Anwärter zu Tauchspezialisten, zu Fallschirmspringern, zu Waffen- und Landkampfspezialisten und zu Führern von Kraftfahrzeugen und Booten ausgebildet.

Die Kampfschwimmer sind die älteste Spezialeinheit der Bundeswehr. Seit über 50 Jahren werden sie in der Luft, an Land und vor allem im Wasser eingesetzt. Dieses triphibische Konzept wurde zur Grundlage der Kampfschwimmer der Deutschen Marine. In diesem Rahmen decken sie drei Einsatzarten ab: die Spezialaufklärung von Hafenanlagen, Stränden und Hinterland; der direkte Einsatz, Personen festzusetzen oder zu befreien, Material oder Einrichtungen in Besitz zu nehmen und schließlich die Unterstützungseinsätze in Partnerstaaten wie das Training für Militär und Polizeieinheiten.

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Anders als bei den Kampfschwimmer-Einheiten anderer Länder sind wegen der Geheimhaltung bisher keine Einsätze öffentlich geworden. Foto: Bundeswehr
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Gegner wissen nicht, ob sich Kampfschwimmer bereits auf dem Weg zu ihnen gemacht haben. Kommen sie aus der Luft? Aus dem Wasser? Oder über Land? Jede Mission ist eine situativ angepasste Operation, die die Kampfschwimmer planen und vom Einsatzführungskommando überwacht wird.

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Die Kampfschwimmer springen mit vollständiger Tauchausrüstung und Fallschirm aus einem Flugzeug in die offene See. Von diesem Moment an sind die Soldaten auf sich gestellt. Sie sammeln sich an der Wasseroberfläche und führen ihren Weg zum Ziel fort.

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Der Gedanke an die Gefahr muss ausgeblendet werden

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Tauchen, die verdeckte taktische Annäherung an das Ufer. Foto: Bundeswehr
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Kampfschwimmer sind exzellente Taucher. Trotzdem besteht nach einem dreistündigen Tauchgang die Gefahr, dass die Kräfte nachlassen. Deshalb nutzen Kampfschwimmer so genannte Unterwasser-Scooter, mit denen sie zugleich unter Wasser navigieren können. 

Was Material und Ausrüstung angeht, sind die Kampfschwimmer gut ausgerüstet. Sie haben die wesentlichen Dinge dabei wie Waffen, Munition, Funkgerät, Aufklärungsmittel und eine medizinische Notfallausstattung.

Sauerstoff liefert ihnen das LAR V, ein geschlossenes Kreislauftauchgerät, das keine Blasen abgibt. Lautlos und unbemerkt gelangen sie so zum Ufer.

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Tauchen, die verdeckte taktische Annäherung an das Ufer. Foto: Bundeswehr
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Gut 80 Prozent der Kampfschwimmer-Einsätze finden heute an Land statt. Oft dient das Wasser nur als „Transportmittel“. Die Kampfschwimmer tauchen nach mehreren Stunden aus den Tiefen des Wassers auf. Unter gegenseitiger Sicherung verlassen sie langsam das Wasser. Die dann nicht mehr benötigte Ausrüstung wird im Wasser und im Strandbereich verstaut. Danach beginnen die Kampfschwimmer mit ihrem Auftrag an Land.

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Mit einem enormen Spektrum an Kompetenzen erfüllen Sie militärische Operationen

Reetung
Geraten deutsche Staatsbürger im Ausland in Gefahr, unterstützen die Kampfschwimmer die sichere Heimkehr dieser Menschen nach Deutschland. Foto: Bundeswehr
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Kampfschwimmer sind Marinesoldaten für den verdeckten Kampf. Zu ihren besonderen Fähigkeiten gehört es, sich Objekten im feindlich kontrollierten Gebiet über größere Strecken unter Wasser unbemerkt nähern zu können. Sie bekämpfen Piraten und Terroristen, führen Evakuierungen durch, beenden Geiselnahmen und sie sind beratend aktiv. Bei einem Zugriff stehen die Kampfschwimmer ihrem Gegner nicht selten direkt gegenüber. 

Reetung
Geraten deutsche Staatsbürger im Ausland in Gefahr, unterstützen die Kampfschwimmer die sichere Heimkehr dieser Menschen nach Deutschland. Foto: Bundeswehr
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es ist Nacht,
du stehst an der offenen Heckrampe eines Transportflugzeuges Transall C160,
du trägst eine 40 Kilogramm schweren Ausrüstung, inklusive Tauchequipment.
Damit springst du aus 7500 Metern Höhe in die Dunkelheit. Nach 6000 Metern im freien Fall ziehst du deinen Fallschirm und landest unmittelbar darauf in 10 Grad kaltem Wasser.
Von hieraus musst du eine Strecke
von 3000 Metern tauchend bis zum Strand zurücklegen.
Wenn du jetzt denkst, dass ist der geilste Job der Welt, dann solltest du definitiv Kampfschwimmer werden!“




(Tilo D.* Kampfschwimmer und Hauptbootsmann)
* Name von der Redaktion geändert

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Die Kampfschwimmer in einem Team können sich aufeinander verlassen. Foto: Bundeswehr
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Kampfschwimmer gehören zu einem außergewöhnlichen Personenkreis. Sie operieren autark, auf sich gestellt. Ihre Gesichter sind geheim. Und doch würde man keinen von ihnen in der zivilen Welt einer Spezialeinheit zuordnen können. Auffällig ist nur ihre zurückhaltende Art und eine vertrauens-erweckende Ruhe und Willensstärke. Die Kampfschwimmer wissen, dass sie bei jedem Einsatz ihr Leben riskieren.

Alleinstellungsmerkmal Vielseitigkeit
Um diese Aufgabe erfolgreich zu meistern, braucht es Alleskönner. Die Kampfschwimmer verdienen diese Bezeichnung. Die Männer aus Eckernförde sind in der Lage, Aufträge nahezu perfekt umzusetzen. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist die Vielfalt.

Immer im Team
Die Kampfschwimmer sind in allen Einsätzen als Team unterwegs. Eingespielte Teams arbeiten über mehrere Jahre zusammen. Jeder weiß von jedem, was der eine macht und umgekehrt.

Sie machen das, wovon sie träumen
Die Motivation und die Berufszufriedenheit sind bei den Kampfschwimmern extrem hoch. Die besonderen Aufgaben und Aufträge und das Können machen die Zufriedenheit aus. Kampfschwimmer zu sein, ist mehr als nur ein Job.

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Die Kampfschwimmer in einem Team können sich aufeinander verlassen. Foto: Bundeswehr
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Entschlossenheit und ein starker Wille gehören zur Ausbildung dazu. Foto: Bundeswehr
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Der Weg zum Kampfschwimmer ist nicht einfach. Die Durchfallquote liegt bei 70 Prozent. Bei den meisten scheitert es am Geist, an der inneren Haltung.

Wer eine Strecke von 5000 Metern nicht unter 22 Minuten läuft, eine Schwimmstrecke von 1000 Metern nicht in 24 Minuten bewältigt, 30 Meter unter Wasser nicht taucht, acht Klimmzüge im Ristgriff nicht stemmt und unabhängig vom eigenen Körpergewicht keine 15 Mal Bankdrücken mit 50 Kilogramm hinbekommt, der sollte für seinen Traum noch trainieren!


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Entschlossenheit und ein starker Wille gehören zur Ausbildung dazu. Foto: Bundeswehr
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Eine harte und lange Ausbildung sowie intensives und ständiges Training bilden die Grundlage ihres Könnens. Nur wer den unbändigen Willen besitzt, all die Strapazen und Entbehrungen zu ertragen, kann es am Ende schaffen.

Am Marinestützpunkt Eckernförde öffnen sich zwei Mal im Jahr die Türen für das Auswahlverfahren der Bundeswehr: Die Suche nach den triphibischen Besten!

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Unterwasserlauf mit bleigewichten %28quelle  2017 bundeswehrarchiv%29
Mit dem Bleigürtel unter Wasser spazieren, ist eine mentale Herausforderung. Foto: Bundeswehr
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Die Halle ist der Ort, an dem Kampfschwimmer fünf Wochen physisch und psychisch an ihre Grenzen geführt werden, denn nur die Besten und Stärksten unter den Bewerbern können im Kriegs- und Krisenfall erfolgreich operieren.

Bei den meisten scheitert es am Geist, an der inneren Haltung. Da hilft nur eines: niemals aufgeben, denn das ist es, was den Kampfschwimmer auszeichnet. Im Gegensatz zur Sportlichkeit lässt sich diese Eigenschaft nicht trainieren, man muss sie mitbringen.


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Mit dem Bleigürtel unter Wasser spazieren, ist eine mentale Herausforderung. Foto: Bundeswehr
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Quelle www.kampfschwimmer.de
Ein unglaubliches Gefühl, wenn man am Ende den Strand in Eckernförde erreicht hat. Foto: Bundeswehr
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Neben der körperlichen und geistigen Belastung ist der größte Herausforderer des Kampfschwimmer-schülers das Wasser. Wasser zehrt, bewirkt Ängste und lehrt Demut.

Das Wasser ist ein Verbündeter im Kampf

Kampfschwimmer sind die maritime Komponente der Spezialkräfte. Sie arbeiten auf, mit, im und unter Wasser. Es ist ein ständiger Begleiter und im Idealfall ein Verbündeter.

Zehn Wochen lang werden angehende Kampfschwimmer auf offener See ausgebildet - und das zu jeder Tages- und Nachtzeit und unabhängig von den Wassertemperaturen. Sie beginnen mit Orientierungsübungen und steigern sich langsam bis zur Langstreckenannäherung unter Wasser.

Quelle www.kampfschwimmer.de
Ein unglaubliches Gefühl, wenn man am Ende den Strand in Eckernförde erreicht hat. Foto: Bundeswehr
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Kopie von kampfschwimmer verletztenversorgung 640
Die Anwärter operieren in Viererteams, jeder übernimmt Spezialaufgaben. Foto: Bundeswehr
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Die Taktikausbildung fordert die Kampf-schwimmeranwärter in einem für sie ganz neuen Bereich heraus: dem Landkampf.

In der zwölfwöchigen Ausbildung leben sie fortwährend im Gelände. Es werden zahlreiche Tag- oder Nacht- orientierungsmärsche durchgeführt.
Am Ende dieser Ausbildung absolvieren die Kampfschwimmer eine zehntägige Abschlussprüfung.

Kopie von kampfschwimmer verletztenversorgung 640
Die Anwärter operieren in Viererteams, jeder übernimmt Spezialaufgaben. Foto: Bundeswehr
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Man 1209012 1920
"Es lohnt sich, sich dieser Herausforderung zu stellen und Teil von etwas Besonderem zu werden." Foto: Bundeswehr
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Warum sind Sie Kampfschwimmer geworden? 
  
Ich war auf der Suche nach einer beruflichen Herausforderung. Ich wollte einen abwechslungsreichen Job mit einem kameradschaftlichem Umfeld, in dem man sich aufeinander Verlassen kann. Diesen besonderen Beruf habe ich bei den Kampfschwimmern gefunden. Es gibt keine andere Tätigkeit bei der Bundeswehr, die das Tauchen, Fallschirmspringen und Arbeiten an Land so vereint wie bei uns.

Wann und wo war ihr letzter Einsatz? 

Wir dürfen über aktuelle und abgeschlossene Einsätze nicht sprechen. Der Grund ist, das wir geheime Einsätze durchführen, die auch geheim bleiben sollen. Ich kann nur so viel sagen: Wir sind für unsere Tätigkeit gut ausgebildet und ausgerüstet und es funktioniert was wir in der Ausbildung gelernt haben.

Wie erreicht Sie der Auftrag? Müssen Sie von heute auf morgen aufbrechen? 

Der Befehlsweg ist wie bei anderen Bundeswehreinsätzen auch. Die Regierung beschließt die Teilnahme deutscher Soldaten und das Militär plant, welche Einheit am besten geeignet und verfügbar ist. In den meisten Fällen wissen wir einige Monate im voraus, was kommt und wohin es geht. Nur bei der Unterstützung zu Geiselbefreiungsoperationen muss es schnell gehen. Da gibt es keine Vorwarnzeit.

Wie bereiten Sie sich ganz konkret auf den Einsatz vor? 

Je nachdem in welcher Klimazone der Einsatz stattfindet und was gemacht werden soll, ist die Vorbereitung unterschiedlich. Wenn zum Beispiel ein Taucheinsatz ansteht, macht es schon Sinn vorher nochmal tauchen zu gehen.

Denken Sie dabei auch manchmal an den Tod? 

Jeder Soldat sollte sich mit dem Tod auseinandersetzen. Tod und Verwundung gehören zu unserem Beruf. Natürlich spricht man mit Kameraden und Familienangehörigen darüber. Wir hatten in über 50 Jahren Kampfschwimmer Geschichte zum Glück noch keinen Todesfall im Einsatz. Auch hier macht sich unsere gute Ausbildung bezahlt.

Gibt es Erlebnisse, die Sie nicht schlafen lassen? Wer unterstützt Sie dann? 

Bei mir persönlich nicht. Für den Fall, das jemand Hilfe bei der Verarbeitung eines Ereignisses braucht, haben wir Kameraden, Familienangehörige, Psychologen und Militärseelsorger mit denen man sprechen kann.

Was können Sie Kampfschwimmer-Anwärterinnen und Anwärtern mitgeben? 

Ich kann nur jedem raten, der zu uns möchte, regelmäßig zu trainieren und sich der Herausforderung zu stellen. Die Kampfschwimmerausbildung ist anstrengend aber machbar. Es lohnt sich, sich dieser Herausforderung zu stellen und Teil von etwas Besonderem zu werden. Wir leisten einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands und das weltweit und zu jeder Zeit.

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"Es lohnt sich, sich dieser Herausforderung zu stellen und Teil von etwas Besonderem zu werden." Foto: Bundeswehr
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Übersicht

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Kapitel 1 Erstes Kapitel

Dh7k2858

Angriff

Dh7k3380
Kapitel 2 Wie kämpfen die stillen Krieger?

Dh7k3569

Daumen hoch

Kampfschwimmer 2

Dh7k4288 2
Kapitel 3 Der Auftrag

Zugriff geba%cc%88ude

Angriff
Kapitel 4 Unsichtbare Helden

Augen nah

O-Ton

Dh7k4378

Unscharfes bild
Kapitel 5 Die Ausbildung

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Handschlag team
Kapitel 6 EXKLUSIV

Wasser einzeln

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